Liebe Bürgerinnen und Bürger,

im Wochenrhythmus haben die Gewitter unsere Gemeinde getroffen und erhebliche Schäden angerichtet. Schon das erste Gewitter mit Starkregen am Samstag, 08.07.17 hat zu einem abrupten Abbruch des Konzerts von Papis Pumpels und zu einer Schlammfahne in der Schoren- und Stockacher Straße geführt. Hierauf wurde der Hochwasserschutz im Baugebiet mit Dämmen und Zuleitungen in die Kanalisation bzw. den Staukanal verstärkt.

Das Unwetter am Freitag, 14.07. war deutlich stärker. In 10 Minuten sind 32 l auf den Quadratmeter gefallen. Die Kanäle waren überlastet, die Dämme in der Schoren- und Stockacher Straße brachen nahezu zeitgleich und führten zu einer Flutwelle aus Schlamm und Geröll. Die Bahnhofstraße war sehr hoch mit Wasser eingestaut. Es kam zu erheblichen Schäden. Hierauf wurden im Baugebiet mehrere Ableitungen und kaskadenartig angeordnete Becken errichtet.

Das Unwetter am Freitag 21.07. führte zum Ausnahmezustand und war nochmals deutlich stärker als das schon sehr starke Unwetter vom 14.07. In der Zwischenzeit liegen die Wetterdaten vor: „Nach Regenradar hat das Ereignis ca. 3 Stunden gedauert, wobei die größte Regenintensität in der ersten Stunde war (Maximum um 21.25 Uhr). Die Böden waren durch vorangegangene Regenereignisse bereits gesättigt und konnten nicht mehr viel aufnehmen. Das Radarbild zeigt die maximale Regensumme nördlich des Einzugsgebietes Giessbach. Allerdings wird in etwa 2 km Höhe gemessen, durch den Wind (ca. 60-80 km/h) kann die Lage des Zentrums am Boden verschoben sein. Nach Radar fielen max. 97mm Regen in 3 Stunden, ca. 70% davon bereits in der ersten Stunde. Das entspricht einem ca. 650jährigem Ereignis. Nach Beobachtung fielen ca. 80mm Regen in 1 Stunde, das entspricht einem ca. 500jährigem Ereignis. Der hochwassersichere Ausbau des Gießbachs erfolgte auf HQ 100. Für das Ereignis vom vergangenen Freitag konnte die Maßnahme nur einen Teilschutz gewähren. Der Abfluss bei HQ 500 ist etwa 30-40 % höher als bei HQ 100.“, so Eike Reckmann vom gleichnamigen Ingenieurbüro.

Ein dermaßen starker Regen kann nicht zurückgehalten werden. Die Kanalisation ist auf HQ 2 ausgelegt. Ein guter Durchschnittswert. Im Umkehrschluss: Ein solcher Regen und auch der Regen am 14.07. muss immer über die Straße abgeleitet werden und führt zu Rückstau in der Kanalisation. Erfreulich ist, dass die Becken im Baugebiet Haiden gehalten haben. Doch auch sie sind nicht in der Lage das Wasser solcher Regenereignisse zurückzuhalten. Nach jedem heftigen Regenereignis müssen die kaskadenartigen Rückhaltebecken wieder vom Schlamm befreit werden. Damit steht uns das ganze Volumen wieder zur Verfügung.

Der Einzugsbereich am Gießbach wurde voll getroffen. Holz aus dem Außenbereich legte sich vor den Großrechen und leite ca. 1/6 bis ¼ des herabschießenden Wassers aus dem Einlaufbecken auf den Wanderweg und die Haldenhofstraße aus. Der Kanal hätte an sich vom Fassungsvolumen wahrscheinlich ausgereicht. Ebenfalls stark getroffen wurde der Ortsbereich östlich des Gießbachs. Hier kam es ebenfalls zu zahlreichen Überflutungen. Die Bilanz ist erschreckend: entwurzelte Bäume, zahlreiche Überflutungen schlimmsten Ausmaßes, Erdrutsche und Geröll im gesamten Ort.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und die Mitarbeiter des Bauhofs, die mit großer Sachkenntnis und der notwendigen technischen Ausstattung, Keller und Wohnräume mit dem Wassersauger leerpumpten, den Verkehr regelten, die Straßen, Gehwege und Kanalschächte säuberten arbeiteten die gesamte Nacht. Mein Dank gilt den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Bodman-Ludwigshafen, Espasingen, Zizenhausen, Orsingen-Nenzingen und Stockach sowie den Mitarbeitern des Bauhofs und des Bauamtes. Ganz besonders danke ich den Firmen Hildebrand, namentlich Sonja und Florian Hildebrand, und der Fa. USG, hier Herrn Klaus Gohl die uns mit Know-how, Lastwagen, Containern, schwerem Gerät und sog. Big-Packs geholfen haben. Ich fühle mit den Betroffenen mit, manche haben alles verloren. Wir versuchen Sie zu unterstützen.

Neben der Aufarbeitung der Schäden haben wir bereits am Folgetag –vor allem da ein nochmals schlimmeres Gewitter angekündigt wurde- parallel begonnen die Schutzmaßnahmen zu verstärken. Das THW hat sowohl im untersten Becken des Baugebiets, als auch in der Bahnhofstraße mit mächtigen Pumpen Stellung bezogen und Ableitungen über den Gießbach und Mühlbach eingerichtet. Glücklicherweise kam statt dem Gewitter ein leichter Regen. Um 1 Uhr haben wir den Einsatz abgebrochen.

Wir haben wegen der Schadensregulierung Kontakt mit unserer Versicherung aufgenommen. Bitte wenden Sie sich wegen Ihrer Schäden zunächst an Ihre Gebäudeversicherung und dokumentieren Sie die Schäden, am besten mit Bildern. Sollte Ihre Versicherung die Schadensregulierung nicht oder nicht ganz übernehmen, bitten wir Sie um eine kurze Information an uns. Frau Donath vom Hauptamt, Tel. 07773-930015 oder Mail: personal@bodman-ludwigshafen.de nimmt Ihre Meldungen zur weiteren Prüfung entgegen. Wir organisieren eine Abfuhr für Hochwasser Geschädigte, näheres hierzu in der Blättle Ausgabe Nr. 30.

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Freiwillige Feuerwehr Bodman-Ludwigshafen und die Gemeindeverwaltung haben sich sehr gefreut über viel spontane Hilfe am vergangenen Wochenende. Wir danken den vielen Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren, des THW, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bauhofs und des Bauamtes. Der Fa. Hildebrand, Sonja und Florian Hildebrand, die noch in der Nacht mit Baggern und LKWs anrückten und außerordentliches geleistet haben! Wir danken Edeka Schreiber, der Fa. Obstsaft Sinner, Obsthof Hertle, Bäckerei Harder, Metzgerei Frick, Getränkemarkt Widenhorn, Obsthof Specht, Hotel Krone, Fa. Niklaus, Fa. JF Mietpark, den fleißigen Händen des TSV und FC Bodman-Ludwigshafen. Auch ein großer Dank an alle sonstigen, hier nicht namentlich genannten Helfer für ihren Einsatz.

Ihr

Matthias Weckbach
Bürgermeister