Die Ankündigung im „Blättle“ vom 26.6. (Artikel „Park ist kein Strandbad“) über die Kontrollen der Parkanlagen durch den Gemeindevollzugsdienst warf einige Fragen auf, die im Folgenden ge- und erklärt werden sollen.

Parks wurden früher angelegt, um einen schönen Anblick zu bieten. Man promenierte über gepflegte Wege und genoss die kunstvolle Anlage, Blumen und Aussichten. Auch in Bodman und Ludwigshafen wurden die „Anlagen“ gebaut, um das Erscheinungsbild der Uferbereiche zu verschönern und den „Kurgästen“, wie man früher sagte, und den Ausflüglern Möglichkeiten zum müßigen Spaziergang zu geben. Den Rasen zu betreten war streng verboten. Auch heute gibt es noch viele Gäste, die gerade wegen der Parkanlagen nach Bodman oder Ludwigshafen kommen. Sie kommen, zahlen ihre Parkgebühr, spazieren einige Zeit im Park auf und ab und gehen dann Kaffee trinken oder Abendessen bevor sie glücklich über einen schönen Tag wieder nach Hause fahren.

Natürlich lässt sich der See auch direkter erleben: Man springt oder geht hinein um zu schwimmen, zu planschen oder sich einfach abzukühlen. Zu einem Nachmittag im Strandbad gehört auch, sich auf Handtuch oder Decke in die Sonne zu legen, Federball, Volleyball oder Frisbee zu spielen, das alles in luftiger Badekleidung.

„Schon immer“ ist es üblich, dass „Einheimische“ wie auch „Kurgäste“ in den Uferanlagen einmal kurz ins Wasser springen, eine Runde in den See hinausschwimmen, sich ein paar Minuten trocknen lassen und dann wieder gehen. Hinzugekommen ist die letzten Jahre aber, dass im Park zwischen Seeum und Reinwaldhaus und auch im Schlösslepark in Ludwigshafen nicht nur mal kurz geschwommen wird, sondern dort auch Liegedecke, Strandmuschel, Kühltasche und vielleicht sogar der Grill ausgebreitet werden. An heißen Tagen steht die Belegung im Park in Bodman der im Strandbad kaum nach.

Es hat sich vieles gewandelt in den letzten Jahren und Jahrzehnten. „Rasen betreten verboten“ gibt es kaum noch. „Das tut man einfach nicht“ spielt kaum noch eine Rolle. Und doch gibt es noch viele Menschen, die sich in den Parkanlagen etwas anderes erwarten, als einen Badestrand. Auch für die Badenden ergeben sich Fragen: Wo sind Umkleiden? Wo sind Duschen? Es kommt dazu, dass im Falle eines Unglücks die Fragen gestellt werden „Wo war eine Badeaufsicht? Wer hat den Badebetrieb hier organisiert? Wer haftet?“ Um diese Fragen zu beantworten, stellt die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen in jedem Ortsteil ein Strandbad zur Verfügung. Ja, es stimmt, eine Modernisierung würde beiden Bädern gut tun. Zumindest für Bodman gibt es schon Pläne, in Ludwigshafen wird der Denkmalschutz mitreden. Unsere Bäder bieten aber für sehr moderates Eintrittsgeld (die Jahreskarte für Erwachsene kostet nur 25 Euro) alle notwendigen und angenehmen Einrichtungen, vor allem aber auch eine Badeaufsicht.

Jeder soll seinen Platz haben – die Badenden und die Schwimmer, Sportler und Spieler, aber auch diejenigen, die einfach nur Spazieren gehen möchten, ohne sich im Strandbad zu fühlen. Nimmt jeder auch auf die Interessen der Anderen Rücksicht, fühlen sich alle wohl. Erkennt aber jemand diese Interessen des anderen nicht, wollen wir ihn darauf hinweisen und ihn auffordern, sie zu respektieren. Unterstrichen hat dies der Gemeinderat durch den Erlass der Polizeiverordnung im Jahr 2008. Hierauf zu verweisen bleibt das letzte Mittel, wir hoffen auf Einsicht und Rücksicht aller unserer Mitbürger und Gäste.